Dass chinesische Internetnutzer einen beträchtlichen Teil des Internets nicht erreichen können, ist kein Geheimnis. Gesperrt wird alles, was die chinesische Regierung in irgend einer Weise kritisiert. Doch nicht nur das, auch soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter sind gesperrt. Wieso?

Eine Begründung dafür bietet die Global Times, in einem Artikel vom Juli. „Soziale Netzwerke bieten eine Plattform für negativen Meinungsaustausch und gefährden somit die soziale Sicherheit“, zitierte die Tageszeitung aus einer Untersuchung der regierungsnahmen Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften (CASS). Gemeint ist damit, dass sich nach dem letzten Präsidentschaftswahlen im Iran und auch bei den Aufständen in Xinjiang im vergangenen Jahr die Opposition über soziale Netzwerke organisiert hatte. China stellte daraufhin der Autonomen Region für ein Jahr lang den Saft ab. Wer seine Emails lesen wollte, musste in die Nachbarprovinz reisen. Zudem habe Facebook laut dem Bericht vertrauliche Unternehmensinformationen, politische- und militärische Informationen weitergegeben. Die Idee die dahintersteckt ist eine Güterabwägung: Sozialer Frieden wird bei einer solchen Argumentation als ein wichtigeres Gut erachtet als die Meinungsfreiheit.
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