Archiv für September, 2010

Verhaftung: Polizei stuft Milieu-Roman als Pornografie ein

Ein Lehrer der südchinesischen Stadt Foshan schrieb einen Roman, der in den Saunahäusern der Stadt handelt. Dabei scheint er jemandem auf die Füße getreten zu sein: Am Wochenende wurde er wegen Pornografie verhaftet.

In einem früheren Blogbeitrag wurde beschrieben, dass Internetromane in China immer beliebter werden. Einem Autor aus der südchinesischen Provinz Guangdong sind nun seine literarische Versuche im Netz zum Verhängnis geworden: Er wurde am vergangenen Wochenende wegen Pornographie verhaftet.
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Weißbuch: Rechte der chinesischen Internetnutzer werden geschützt

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Ein neues Weißbuch der chinesischen Regierung schreibt, dass die Rechte der chinesischen Internetnutzer geschützt seien – und übersieht dabei, dass die rechtliche Lage selbst bereits problematisch ist.

In regelmäßigen Abständen gibt China Weissbücher heraus. So auch wieder diese Tage. Diesmal geht es um die Bürgerrechte. Dabei äußert sich der Bericht laut China.org auch über die Internetzensur. „Das Recht der chinesischen Internetnutzer auf freie Meinungsäußerung im Internet werde geschützt“, zitiert die Seite aus dem Bericht. Und wechselt dann – wie bei solchen Berichten nicht selten – unvermittelt das Thema: „Das Internet sei ein neuer Weg für die chinesische Regierung die öffentliche Meinung zu messen und damit die Staatsführung zu verbessern.“ Am letzteres ist durchaus nichts auszusetzen. Nur hat das eine gar nichts mit dem anderen zu tun.

China will weltweiten Registierungszwang für Internetnutzer

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China reicht es offenbar nicht mehr, nur das eigene Internet zu überwachen. Die chinesische staatliche Nachrichtenagentur Xinhua wirbt derzeit in einem Artikel für einen weltweiten Registrierungszwang von Internetnutzern. So liesse sich jeder gepostete Beitrag zurückverfolgen.

Xinhua schlug in einem Artikel, der vorgestern erschien, das Fernziel vor, dass sich weltweit jeder Internetnutzer auf eine Weise ins Internet einlogt, die es ermöglicht, seine Aktivitäten in jeden Fall nachzuvollziehen. Dabei schürrt Xinhua vor allem die Angst vor Hackern und Cyberbetrügern: “In China haben rund 60 Prozent der Internetnutzer in der ersten Jahreshälfte eine Attacke durch Viren oder Trojanern erlebt”, heisst es in dem Beitrag. “Über 30 Prozent der chinesischen Internetnutzer klagten zudem darüber, dass ihre online-Konten oder Passwörter gestohlen wurden.”
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Hunan TV – ein Plädoyer für ein freieres Fernsehen?

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Hunan TV hat mitunter die höchsten Einschaltquoten aller chinesischen Fernsehsender. Eine schlanke Verwaltung und eine unüblich hohe Eigenverantwortung der Produzenten und Redaktionsmitglieder haben den Erfolg möglich gemacht. Dieses Modell soll nun scheinbar um sich greifen.

Es gibt ein weiterverbreitetes Missverständnis über die chinesische Medienwelt. Im Westen glauben viele, dass die Programme von Peking aus gesteuert werden. Tatsächlich haben jedoch die einzelnen Medienunternehmen eine relativ hohe Autonomie, wie der Medienwissenschaftler Daniel Lynch in seinem Buch After the Propaganda State nachweist. Dies sei einer der wichtigen Unterschiede zum sowjetischen Propagandamodell, das Zentral gesteuert sei. Dies heisse allerdnigs nicht, so Lynch, dass die Medien jemals frei gewesen seien. Doch sei es auf diese Weise den einzelnen Medien leichter möglich, auf regionale Bedürfnisse einzugehen. Dieses Modell geht übrigens aus Mao Zedong persönlich zurück.
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CRI über Japan: Wie man ohne Inhalt Stimmung erzeugt

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Liest man Meldungen über Japan wie eine, die heute beim chinesischen Radio CRI publiziert worden ist, versteht man, wieso chinesische Medien erstens einen schlechten Ruf haben und zweitens wieso so viele Chinesen Japan hassen, ohne genau den Grund dafür angeben zu können.

Es ist ein ernstes Thema und es ist ein bedrohliches Thema: Die Beziehungen zwischen China und Japan. Genauer gesagt, die Funktion des medialen Konstrukts Japan in der chinesischen Medienwelt. Aus aktuellem Anlass will ich einen Artikel von China Radio International genauer unter die Luppe nehmen. Diese drei Zitate bilden einen vollständigen Artikel. Das heisst, ich habe nichts weggelassen.
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Internetromane sind in China ein gutes Geschäftsfeld

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Immer mehr junge Autoren verzichten darauf, lange einen Verlag für ihre Romane zu suchen. Sie veröffentlichen stattdessen direkt im Internet auf Literaturseiten. Dies kann für den einen oder anderen Autoren ein Sprungbrett für eine grosse Karriere sein.

China fiel in den letzten Jahren nicht gerade mit grossartiger Literatur auf. Das mag verschiedene Gründe haben, die einerseits mit der Zensur zusammenhängen, vielleicht aber auch mit Unterschieden in den Erzähltechniken, die sich kaum auf einen deutschen oder englischen Kontext übertragen lassen. Nun sieht es jedoch so aus, als spriesse in China eine Form der Graswurzeln-Literatur, wie wir sie im Westen nicht oder kaum kennen.
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