Zensur
China wirbt auf staatlicher Propagandaseite für VPN-Dienst
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Eine chinesische Propagandaseite wirbt für Astrill - eine Software zum Umgehen der staatlichen Zensur.
Ein bizarrer Zufall: Die Google Werbung von Adsense betrachtet eine Werbekampagne eines VPN-Anbieters (eine Möglichkeit zur Umgehung der chinesischen Zensur) als besonders themenrelavant für eine staatliches chinesisches Nachrichtenportal – und schaltet dort Anzeigen.
Wer wie ich regelmäßig die chinesischen Nachrichtenportale abklappert, ist sich gewohnt, hin und wieder bizarre Dinge zu sehen. Doch gerade kam mir etwas vor die Augen, das selbst mich noch überrascht hat und das so absurd war, dass ich es sofort mit einem Screenshot fotografieren musste. Bei einem Bericht zum Thema Bärengalle (der übrigens an sich schon bizarr genug wäre, denn offensichtlich versucht ein pharmazeutisches Unternehmen, das Medizin aus der Galle von Bären herstellt, in Shenzhen an die Börse zu gehen, und erregt damit den Widerstand von Tierschützern) befand sich groß eine Werbung für Astrill.
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Facebook interessiert sich weiterhin für Eintritt in chinesischen Markt
0Der chinesische Markt ist für westliche soziale Netzwerke attraktiv genug, um sich den dortigen Zensurbestimmungen zu unterwerfen. Das suggeriert zumindest das Beispiel von Facebook und Twitter.
Facebook ist in China seit geraumer Zeit nicht zugänglich. Weil sich die Machthaber in Peking vor der Webseite fürchten, die es den Nutzern erlaubt, innerhalb kurzer Zeit relativ große Interessengemeinschaften zu bilden, hat die Zensurbehörde das soziale Netzwerk längst aus China ausgeschlossen.
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Einblicke in das chinesische Staatsfernsehen
Die deutsche Fernsehjournalistin Kirsten Rulf hat anderthalb Monate lang im Rahmen eines Journalistenaustausches beim chinesischen Staatsfernsehen gearbeitet. Der Frankfurter Rundschau berichtet sie, was sie dort erlebt hat.
Eigentlich ist das Ziel der Robert-Bosch-Stiftung, das Verständnis zwischen deutschen und chinesischen Journalisten zu verstärken. Um dies zu erreichen, kann jedes Jahr eine kleine Zahl von Medienschaffenden im jeweils anderen Land für eine kurze Periode tätig sein. Die normalerweise für den WDR tätige Fernsehjournalisten Kirsten Rulf nahm an einem solchen Programm teil und berichtet anschliessend in der Frankfurter Rundschau, wie sie die Zensur erlebt hat, wie die Themen ihrer wöchentlichen Politiksendung durch die Außenpolitik geprägt waren und wie sie vor allem an Anfang auf der Redaktion sozial isoliert wurde.
Weibo will gläserne Blogger
0Das chinesische Äquivalent zu Twitter will, dass sich seine Nutzer künftig ausweisen, bevor sie einen Account aufmachen. Noch ist diese neue Regel allerdings freiwillig.
Die größte chinesische Blogger-Plattform Weibo hat vor ein paar Tagen weitergehende Zensurmaßnahmen angekündigt, wie ein staatliches, chinesisches Nachrichtenportal meldete. So sollen künftig Nutzer, die bei Weibo.com ein Konto eröffnen, ihren wahren Namen, die Nummer ihres Personalaus
weises und die Handynummer angeben. Die Daten werden anschließend von der Polizei auf ihre Richtigkeit überprüft. Derzeit beruht das System noch auf freiwilliger Basis. Wer seine wahre Identität bekannt gibt, bekommt bei Weibo einen Ehrenstatus. Unklar ist indes, ob mit diesem Schritt nicht viel eher die Akzeptanz eines solches Systems vor einer vollständigen Einführung überprüft werden soll.
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Divergierende Berichterstattung zum Todeszug von Wenzhou
3Keiner weiss, was tatsächlich beim Eisenbahnzusammenstoss auf einer Brücke bei Wenzhou geschehen ist. Die chinesischen Behörden bemühten sich derweil, die Wahrheit (und vielleicht weitere Leichen) zu verbuddeln und über die Medien berührene Geschichten zu verbreiten.
Die offizielle Version ist schnell erzählt: Ein Blitz bringt am 23. Juli auf einer Brücke in der Nähe von Wenzhou (Provinz Zhejiang) einen neuen Hochgeschwindigkeitszug zum Stillstand, wie dies in den drei Wochen seit der Eröffnung der neuen Strecke zwischen Peking und Shanghai immer wieder geschehen ist. Der nach zehn Minuten folgende Zug fährt auf. Mehrere Wagen fallen von der Brücke je nach Quelle zwischen 15 und 30 Meter in die Tiefe. Rund 40 Menschen kommen ums Leben.
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Proteste in der Inneren Mongolei: Neue Informationstaktik?
0Anno 2008 waren es die Tibeter, ein Jahr darauf die Uiguren und nun die Mongolen, die in China demonstrieren. Bisher hat die chinesische Informationspolitik bei Massenprosten dem internationalen Ansehen Chinas eher geschadet. Nun wird neu betont, dass die Proteste doch auch berechtigt sind. Ist damit ein Wandel in der chinesischen Informationspolitik eingetreten?
In einem Meinungsartikel schrieb die Global Times vorgestern, dass die Proteste in der Inneren Mongolei “in einigen Berichten” fälschlicherweise als ein ethnischer Konflikt zwischen Han-Chinesen und ethnischen Mongolen dargestellt worden sei. Auch wenn es nicht weiter erläutert wird, sind damit natürlich die westlichen Medien gemeint, welche sich aus offizieller chinesischer Sicht durch ihre “Vorurteile gegen China” immer wieder disqualifizieren.Soweit also noch nichts Überraschendes.
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WikiLeaks und China – eine erstaunlich freundliche Feindschaft
0Die Berichterstattung in den chinesischen Staatsmedien zum Thema WikiLeaks ist bisher bemerkenswert wohlwollend ausgefallen. Scheinbar sind die westlichen Zensurversuche durchaus im Sinne der chinesischen Webzensoren.
China hätte allen Grund, die Webseite WikiLeaks zu verteufeln. Immerhin hat Julius Assange mit seiner Enthüllungsseite das Reich der Mitte bereits mehr als einmal bloßgestellt. So kam etwa bei den veröffentlichten Depeschen aus den US-Botschaften zu Tage, dass China bereit wäre, im Notfall seinem kommunistischen Nachbarn Nordkorea den Rücken zuzuwenden. Ebenfalls hat WikiLeaks Quellen veröffentlicht, welche das beweisen, was bereits zuvor viele ahnten: China steckte hinter den Hackerangriffen auf Google, welche dazu geführt haben, dass der Suchmaschinenanbieter das Land zumindest teilweise verließ. Nach eigenen Angaben haben sich sogar unter den Gründungsmitgliedern von WikiLeaks chinesische Dissidenten befunden.
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Chinesische Zensur verbietet „Zivilgesellschaft“
0Der Begriff „Zivilgesellschaft“ scheint den chinesischen Zensoren einen zu demokratischen Beigeschmack zu haben, weshalb sie ihn vor ein paar Tagen kurzerhand verboten hat. Eine Praxis, die in China Gang und Gäbe ist.
Laut einem Artikel der deutschen Tageszeitung FAZ und zahlreichen chinesischen Publikationen hat die chinesische Propagandaabteilung am 4. Januar die Verwendung des Begriffs „Zivilgesellschaft“ verboten. Der Autor des Beitrags wertet dieses Vorgehen als „ein ernstzunehmendes Zeichen steigender Repression vor dem erwarteten Führungswechsel im kommenden Jahr – und (als) ein weiteres Dokument des wachsenden Bedeutungsverlusts der Worte“.
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Chinas Internetzensur nimmt nun VOIP-Anbieter ins Visier
0Nach Facebook, YouTube und Flickr steht nun eine weitere ausländische Internetfirma in China vor Problemen: Das als abhörsicher geltende Skype könnte im Reich der Mitte bald abgestellt werden.
Es ist kein Geheimnis, dass in China alle über Mobiltelefone versendete Sprachmitteilungen auf „gefährliche“ Worte durchsucht werden und potentiell alle Telefongespräche mitgehört werden. Ein Schlupfloch hatten „Cyberkriminelle“, zu denen in China auch Dissidenten gehören, bisher noch: Das als abhörsicher geltende Skype.
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In China soll bald Nachahmerversion von WikiLeaks entstehen
0Eine Form von WikiLeaks soll es nun bald auch in China geben. Eine Gruppe von chinesischen Aktiviten will mit einer Nachahmerversion die chinesische Regierung zu mehr Transparenz zwingen.
In China scheint es hinsichtlich der Medienzensur zu brodeln. Erst vor ein Tagen hatten namhafte Intellektuelle in einem offenen Brief zu einem Ende der Zensur aufgerufen. In dem Schreiben wiesen die Autoren darauf hin, dass selbst die Worte des Premiers Wen Jiabao von einer undurchsichtigen Zensurbehörde beschnitten würden. Sie forderten ein rechtstaatliches Medienrecht.
Nun planen chinesische Menschenrechtsaktivisten scheinbar eine Enthüllungswebsite nach dem Vorbild von Wikileaks, um demokratische Reformen in der Volksrepublik zu erzwingen, wie die Nachrichtenagentur AFP mit Verweis auf die Freitagsausgabe der South China Morning Post berichtete. Das Projekt mit dem Namen „Government Leaks“ soll im Juni 2011 online gehen. Bereits jetzt rufen die Aktivisten über soziale Netzwerke dazu auf, geheime Informationen der chinesischen Behörden an sie weiterzuleiten. Gouvernment Leaks habe keine direkte Verbindung zu WikiLeaks, sagte der Gründer der Seite in einem Interview mit der oben genannten Zeitung.
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