Medienpolitik
China will weltweiten Registierungszwang für Internetnutzer
0China reicht es offenbar nicht mehr, nur das eigene Internet zu überwachen. Die chinesische staatliche Nachrichtenagentur Xinhua wirbt derzeit in einem Artikel für einen weltweiten Registrierungszwang von Internetnutzern. So liesse sich jeder gepostete Beitrag zurückverfolgen.
Xinhua schlug in einem Artikel, der vorgestern erschien, das Fernziel vor, dass sich weltweit jeder Internetnutzer auf eine Weise ins Internet einlogt, die es ermöglicht, seine Aktivitäten in jeden Fall nachzuvollziehen. Dabei schürrt Xinhua vor allem die Angst vor Hackern und Cyberbetrügern: “In China haben rund 60 Prozent der Internetnutzer in der ersten Jahreshälfte eine Attacke durch Viren oder Trojanern erlebt”, heisst es in dem Beitrag. “Über 30 Prozent der chinesischen Internetnutzer klagten zudem darüber, dass ihre online-Konten oder Passwörter gestohlen wurden.”
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Hunan TV – ein Plädoyer für ein freieres Fernsehen?
0Hunan TV hat mitunter die höchsten Einschaltquoten aller chinesischen Fernsehsender. Eine schlanke Verwaltung und eine unüblich hohe Eigenverantwortung der Produzenten und Redaktionsmitglieder haben den Erfolg möglich gemacht. Dieses Modell soll nun scheinbar um sich greifen.
Es gibt ein weiterverbreitetes Missverständnis über die chinesische Medienwelt. Im Westen glauben viele, dass die Programme von Peking aus gesteuert werden. Tatsächlich haben jedoch die einzelnen Medienunternehmen eine relativ hohe Autonomie, wie der Medienwissenschaftler Daniel Lynch in seinem Buch After the Propaganda State nachweist. Dies sei einer der wichtigen Unterschiede zum sowjetischen Propagandamodell, das Zentral gesteuert sei. Dies heisse allerdnigs nicht, so Lynch, dass die Medien jemals frei gewesen seien. Doch sei es auf diese Weise den einzelnen Medien leichter möglich, auf regionale Bedürfnisse einzugehen. Dieses Modell geht übrigens aus Mao Zedong persönlich zurück.
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Xinhua: Viel Worte und wenig Inhalt zur Verfassungsänderung in Hongkong
0Hongkong wird demokratischer – und Xinhua verliert kein einziges Wort darüber. Wie es dazu kommt, dass es in einer einseitigen Mitteilung einer chinesischen Nachrichtenagentur eine Seite lang keinen Inhalt gibt…
Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass Xinhua versucht China in der Welt positiv darzustellen. Doch heute schrieb die staatliche Nachrichtenagentur im Titel einer ihrer Meldungen: „China’s top legislature ends bimonthly session, approves amendments to Hong Kong’s Basic Law“. Das schockiert doch eher, weiss man selbst als China-Laie, dass vom Reich der Mitte kaum etwas Gutes in Richtung Demokratisierung kommen kann. Wenn ein westlicher Leser einen solchen Titel sieht, erwartet er eine Beschneidung der Grundrechte, eine Ausweitung der chinesischen Diktatur oder vielleicht auch “nur” eine Beschneidung der Pressefreiheit.
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Schritt um Schritt: Die Berichterstattung rund um den Jetabsturz
0Am Mittwoch ist in der nordostchinesischen Provinz Liaoning ein nordkoreanischer Jet abgestürzt. Die verhaltene Berichterstattung der chinesischen Presse lässt den Verdacht aufkommen, dass man diesen Absturz lieber verschwiegen hätte.
Die ersten Meldungen kamen, wie in solchen Fällen üblich, aus dem chinesischen Internet. Es dauerte nicht lange, bis in Militärforen Bilder eines abgestürzten Militärjets auftauchten. Auf einem der Bilder war sogar die nordkoreanische Flagge zu erkennen. Die erste Xinhua-Nachricht sprach jedoch vorerst nur von einem „benachbarten Land“. Erst ein Tag danach schienen sich die Informationen so weit im Internet verbreitet zu haben, dass auch Xinhua von „vermutlich einem nordkoreanischen Flugzeug“ sprach. Erst am dritten Tag wurde das bestätigt, was sich so leicht an den Trümmerteilen hat ablesen lassen.
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