Medienpolitik

Staatliches Webportal zu Tibet ist nun auch in Deutsch online

0

Seit heute ist die Landschaft der chinesischen Propagandamedien wieder etwas reicher: Die staatliche Seite tibet.cn ist nun auch in deutscher Sprache online. Unklar ist indes, wer genau die Seite betreibt.

Chinesische Staatsmedien sind generell darum bemüht, zu verschleiern, wer eine Seite betreibt. Was für die grossen Zeitungen, Radio- und Fernsehsender gilt, ist für eine kleine Online-Zeitung wie german.tibet.cn natürlich auch gültig. Im Impressum der englischsprachigen Seite heisst es darum auch einfach: ” a key national-level media website dedicated to providing updated news stories on China’s Tibet Autonomous Region and other Tibetan inhabited areas in Chinese, English and Tibetan to netizens home and abroad” In der deutschen Version ist – nicht gerade bescheiden für eine junge Seite, die weniger durch einen interessanten Inhalte als durch kleine sprachliche Fehler hervorsticht – von einem “maßgebenden chinesischen Nachrichtenportal über Tibet” die Rede. Die Seite verfügt derzeit über die Themenbereiche Aktuell, Reisen, Wissen, Leben und Kultur.
(weiterlesen …)

Rundfunkanstalten in Guangdong sollen bald kein Kantonesisch mehr verwenden

0

Die lokale Sprache der südchinesischen Provinz Guangdong soll bald weitgehend aus dem Radio und Fernsehen verbannt werden. Dies sieht zumindest ein neuer Erlass der Provinzregierung vor. Bereits vor einem Jahr hatte ein ähnlicher Vorschlag Proteste der Bevölkerung ausgelöst.

China ist nicht gerade für seine Sensibilität bei Fragen der Bevölkerungsminderheiten bekannt. Diesmal trifft es eine der größten Gruppen: Die Kantonesisch sprechende Mehrheit der südchinesischen Provinz Guangdong, die gegenüber der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong liegt. Ab kommendem März sollen die Rundfunkanstalten der Provinz hauptsächlich Mandarin verwenden, also die im ganzen Land gesprochene Hochsprache, hieß es in einem Erlass vom vergangenen Freitag. Kantonesischsprachige Beiträge dürfen demnach nur noch mit einer vorherigen Genehmigung der Regierung ausgestrahlt werden.
(weiterlesen …)

China plant in seinen Fernsehserien ein Verbot von Werbeunterbrechungen

0

In China sollen künftig Fernsehserien nicht mehr mit Werbeblöcken unterbrochen werden. Laut der Regulierungsbehörde sei die Integrität und Kohärenz der Fernsehsendungen für die Zuschauer von grossem Interesse.

Werbeunterbrechungen sind bei Fernsehzuschauern zumeist alles andere als beliebt. Chinesische Fernsehkonsumenten können jedoch bald aufatmen. Wie die chinesische Webseite www.china.org gestern mitteilte, hat das Staatliche Amt für Rundfunk, Film und Fernsehen (SARFT) ein Verbot von Werbeunterbrechungen während Fernsehserien angeordnet, um “das kulturelle Angebot für die Öffentlichkeit zu verbessern”. Die neue Regel soll bereits am 1. Januar in Kraft treten.
(weiterlesen …)

Divergierende Berichterstattung zum Todeszug von Wenzhou

3

Keiner weiss, was tatsächlich beim Eisenbahnzusammenstoss auf einer Brücke bei Wenzhou geschehen ist. Die chinesischen Behörden bemühten sich derweil, die Wahrheit (und vielleicht weitere Leichen) zu verbuddeln und über die Medien berührene Geschichten zu verbreiten.

Die offizielle Version ist schnell erzählt: Ein Blitz bringt am 23. Juli auf einer Brücke in der Nähe von Wenzhou (Provinz Zhejiang) einen neuen Hochgeschwindigkeitszug zum Stillstand, wie dies in den drei Wochen seit der Eröffnung der neuen Strecke zwischen Peking und Shanghai immer wieder geschehen ist. Der nach zehn Minuten folgende Zug fährt auf. Mehrere Wagen fallen von der Brücke je nach Quelle zwischen 15 und 30 Meter in die Tiefe. Rund 40 Menschen kommen ums Leben.
(weiterlesen …)

Tippfehler führte angeblich bei der “Volkszeitung” zu Massenentlassungen

1

Ein falsch geschriebener Name des chinesischen Premierminister soll dazu geführt haben, dass rund zehn Angestellte bei der “Renmin Ribao” ihre Stelle verloren haben. Chinesische Medien beeilen sich zu versichern, dass es sich dabei um eine Falschmeldung handelt.

In westlichen Zeitungen lernt man eines zuerst: Wenn auch alles andere falsch ist, müssen zumindest die Namen fehlerfrei geschrieben sein. Diese Lektion mussten scheinbar vor einem halben Jahr auch zehn Angestellte der “Renmin Ribao” erfahren. Die Zeitung, die direkt von der Kommunistischen Partei herausgegeben wird, ist auch unter den Namen “Peoples Daily” und “Volkszeitung” bekannt. Obwohl der Vorfall bereits einige Monate zurückliegt, bin ich erst heute darauf gestossen und wollte ihn keineswegs unseren Lesern vorenthalten.
(weiterlesen …)

Proteste in der Inneren Mongolei: Neue Informationstaktik?

0

Anno 2008 waren es die Tibeter, ein Jahr darauf die Uiguren und nun die Mongolen, die in China demonstrieren. Bisher hat die chinesische Informationspolitik bei Massenprosten dem internationalen Ansehen Chinas eher geschadet. Nun wird neu betont, dass die Proteste doch auch berechtigt sind. Ist damit ein Wandel in der chinesischen Informationspolitik eingetreten?

In einem Meinungsartikel schrieb die Global Times vorgestern, dass die Proteste in der Inneren Mongolei “in einigen Berichten” fälschlicherweise als ein ethnischer Konflikt zwischen Han-Chinesen und ethnischen Mongolen dargestellt worden sei. Auch wenn es nicht weiter erläutert wird, sind damit natürlich die westlichen Medien gemeint, welche sich aus  offizieller chinesischer Sicht durch ihre “Vorurteile gegen China” immer wieder disqualifizieren.Soweit also noch nichts Überraschendes.
(weiterlesen …)

Im chinesischen Fernsehen wird zuviel geraucht

1

Obwohl China vor fünf Jahren die Rahmenkonvention zur Tabakkontrolle unterzeichnet hat, paffen heute mehr Chinesen als je zuvor. Um das zu ändern, sollen nun Fernsehhelden weniger rauchen.

Seine Haare sind verwuschelt, an seiner Seite steht ein bildhübsches Mädchen und aus dem Mundwinkel hängt eine Zigarette. Wann immer in chinesischen Fernsehserien oder Filmen ein Held als besonders rebellisch charakterisiert werden soll, zündet er sich einen Glimmstängel an.

Darüber, ob solche Rollenvorbilder wirklich das Rauchen fördern, lässt sich natürlich vortrefflich streiten. Laut der Nachrichtenagentur Xinhua sehen dies zumindest viele chinesische Experten so. Tatsache ist jedoch, dass im Reich der Mitte seit Jahren immer mehr Menschen rauchen und dass die Kosten im Gesundheitswesen bereits die Einnahmen durch die Tabakindustrie übersteigt, wie China Daily kürzlich berichtete. Mehr noch: Mit 350 Millionen Rauchern, beherbergt China ein Drittel aller Raucher weltweit.
(weiterlesen …)

WikiLeaks und China – eine erstaunlich freundliche Feindschaft

0

Die Berichterstattung in den chinesischen Staatsmedien zum Thema WikiLeaks ist bisher bemerkenswert wohlwollend ausgefallen. Scheinbar sind die westlichen Zensurversuche durchaus im Sinne der chinesischen Webzensoren.

China hätte allen Grund, die Webseite WikiLeaks zu verteufeln. Immerhin hat Julius Assange mit seiner Enthüllungsseite das Reich der Mitte bereits mehr als einmal bloßgestellt. So kam etwa bei den veröffentlichten Depeschen aus den US-Botschaften zu Tage, dass China bereit wäre, im Notfall seinem kommunistischen Nachbarn Nordkorea den Rücken zuzuwenden. Ebenfalls hat WikiLeaks Quellen veröffentlicht, welche das beweisen, was bereits zuvor viele ahnten: China steckte hinter den Hackerangriffen auf Google, welche dazu geführt haben, dass der Suchmaschinenanbieter das Land zumindest teilweise verließ. Nach eigenen Angaben haben sich sogar unter den Gründungsmitgliedern von WikiLeaks chinesische Dissidenten befunden.
(weiterlesen …)

Chinesische Zensur verbietet „Zivilgesellschaft“

0

Der Begriff „Zivilgesellschaft“ scheint den chinesischen Zensoren einen zu demokratischen Beigeschmack zu haben, weshalb sie ihn vor ein paar Tagen kurzerhand verboten hat. Eine Praxis, die in China Gang und Gäbe ist.

Laut einem Artikel der deutschen Tageszeitung FAZ und zahlreichen chinesischen Publikationen hat die chinesische Propagandaabteilung am 4. Januar die Verwendung des Begriffs „Zivilgesellschaft“ verboten. Der Autor des Beitrags wertet dieses Vorgehen als „ein ernstzunehmendes Zeichen steigender Repression vor dem erwarteten Führungswechsel im kommenden Jahr – und (als) ein weiteres Dokument des wachsenden Bedeutungsverlusts der Worte“.
(weiterlesen …)

Chinesische Journalisten sollen besser werden

0

Eigentlich herrscht Einigkeit: Chinesische Journalisten sind zu schlecht und das sollte sich ändern. Ein Professor schlägt nun vor, Journalismus als Studienfach gleichsam abzuschaffen.

Viele chinesische Universitäten haben inzwischen Abteilungen, in denen Journalismus unterrichtet wird. Doch das ändert nichts daran, dass die chinesischen Medienunternehmer darüber klagen, dass sie kaum gute Journalisten finden können. Vor ein paar Tagen wurde zu diesem Thema in Sichuan ein Forum abgehalten. Laut einem Artikel der Globaltimes schlug der Leiter des Forums dort vor, das Problem “mit einer Reform des Einstellungsprozess” zu lösen.
Yet Another Related Posts Plugin
Konkret meint Zhong Kexun, der Direktor der Hochschule, welche das Forum veranstaltete, dass die Zeitungen, Magazine, Radio- und Fernsehstationen keine Journalismusabsolventen mehr einstellen sollten, sondern stattdessen Absolventen anderer Fächer, die sie anschliessend praktisch in die Arbeit eines Journalisten einführen. Dies ist eine Praxis, die so bereits an den meisten westlichen Medienunternehmen gehandhabt wird. Dies würde auch das Problem lösen, das bei vielen chinesischen Staatsmedien die Journalisten ausgesprochen jung sind und entsprechend über wenig Lebenserfahrung verfügen.

nach oben