Internet
Chinesische Soldaten sollen keine soziale Medien mehr benutzen dürfen
4Facebook war für sie schon lange Tabu. Nun dürfen chinesische Soldaten auch keine anderen sozialen Medien mehr verwenden. Aus strategischen Gründen, wie es heisst. Es könnte aber auch darum gehen, dass sich Soldaten nicht organsieren.
Den immerhin 2,3 Millionen Soldaten im Reich der Mitte ist es ab sofort untersagt, soziale Netzwerke zu nutzen. Dies geht aus einem Artikel in der aktuellen Ausgabe der chinesischen Militärzeitung „ Jiefangjun Bao“ hervor. Laut dem Blatt fürchtet die REgierung, dass auf diese Weise wichtige militärische Geheimnisse in die Hände von Feinden gelangen könnten. Auch die Informationen zum Tagesablauf der Soldaten und ihre Adressen könnten im Ernstfall gezielt gegen das Land genutzt werden, heißt es in dem Bericht weiter.
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WikiLeaks und China – eine erstaunlich freundliche Feindschaft
0Die Berichterstattung in den chinesischen Staatsmedien zum Thema WikiLeaks ist bisher bemerkenswert wohlwollend ausgefallen. Scheinbar sind die westlichen Zensurversuche durchaus im Sinne der chinesischen Webzensoren.
China hätte allen Grund, die Webseite WikiLeaks zu verteufeln. Immerhin hat Julius Assange mit seiner Enthüllungsseite das Reich der Mitte bereits mehr als einmal bloßgestellt. So kam etwa bei den veröffentlichten Depeschen aus den US-Botschaften zu Tage, dass China bereit wäre, im Notfall seinem kommunistischen Nachbarn Nordkorea den Rücken zuzuwenden. Ebenfalls hat WikiLeaks Quellen veröffentlicht, welche das beweisen, was bereits zuvor viele ahnten: China steckte hinter den Hackerangriffen auf Google, welche dazu geführt haben, dass der Suchmaschinenanbieter das Land zumindest teilweise verließ. Nach eigenen Angaben haben sich sogar unter den Gründungsmitgliedern von WikiLeaks chinesische Dissidenten befunden.
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Chinas Internetzensur nimmt nun VOIP-Anbieter ins Visier
0Nach Facebook, YouTube und Flickr steht nun eine weitere ausländische Internetfirma in China vor Problemen: Das als abhörsicher geltende Skype könnte im Reich der Mitte bald abgestellt werden.
Es ist kein Geheimnis, dass in China alle über Mobiltelefone versendete Sprachmitteilungen auf „gefährliche“ Worte durchsucht werden und potentiell alle Telefongespräche mitgehört werden. Ein Schlupfloch hatten „Cyberkriminelle“, zu denen in China auch Dissidenten gehören, bisher noch: Das als abhörsicher geltende Skype.
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Verhaftung: Polizei stuft Milieu-Roman als Pornografie ein
Ein Lehrer der südchinesischen Stadt Foshan schrieb einen Roman, der in den Saunahäusern der Stadt handelt. Dabei scheint er jemandem auf die Füße getreten zu sein: Am Wochenende wurde er wegen Pornografie verhaftet.
In einem früheren Blogbeitrag wurde beschrieben, dass Internetromane in China immer beliebter werden. Einem Autor aus der südchinesischen Provinz Guangdong sind nun seine literarische Versuche im Netz zum Verhängnis geworden: Er wurde am vergangenen Wochenende wegen Pornographie verhaftet.
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Weißbuch: Rechte der chinesischen Internetnutzer werden geschützt
0Ein neues Weißbuch der chinesischen Regierung schreibt, dass die Rechte der chinesischen Internetnutzer geschützt seien – und übersieht dabei, dass die rechtliche Lage selbst bereits problematisch ist.
In regelmäßigen Abständen gibt China Weissbücher heraus. So auch wieder diese Tage. Diesmal geht es um die Bürgerrechte. Dabei äußert sich der Bericht laut China.org auch über die Internetzensur. „Das Recht der chinesischen Internetnutzer auf freie Meinungsäußerung im Internet werde geschützt“, zitiert die Seite aus dem Bericht. Und wechselt dann – wie bei solchen Berichten nicht selten – unvermittelt das Thema: „Das Internet sei ein neuer Weg für die chinesische Regierung die öffentliche Meinung zu messen und damit die Staatsführung zu verbessern.“ Am letzteres ist durchaus nichts auszusetzen. Nur hat das eine gar nichts mit dem anderen zu tun.
China will weltweiten Registierungszwang für Internetnutzer
0China reicht es offenbar nicht mehr, nur das eigene Internet zu überwachen. Die chinesische staatliche Nachrichtenagentur Xinhua wirbt derzeit in einem Artikel für einen weltweiten Registrierungszwang von Internetnutzern. So liesse sich jeder gepostete Beitrag zurückverfolgen.
Xinhua schlug in einem Artikel, der vorgestern erschien, das Fernziel vor, dass sich weltweit jeder Internetnutzer auf eine Weise ins Internet einlogt, die es ermöglicht, seine Aktivitäten in jeden Fall nachzuvollziehen. Dabei schürrt Xinhua vor allem die Angst vor Hackern und Cyberbetrügern: “In China haben rund 60 Prozent der Internetnutzer in der ersten Jahreshälfte eine Attacke durch Viren oder Trojanern erlebt”, heisst es in dem Beitrag. “Über 30 Prozent der chinesischen Internetnutzer klagten zudem darüber, dass ihre online-Konten oder Passwörter gestohlen wurden.”
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Internetromane sind in China ein gutes Geschäftsfeld
1Immer mehr junge Autoren verzichten darauf, lange einen Verlag für ihre Romane zu suchen. Sie veröffentlichen stattdessen direkt im Internet auf Literaturseiten. Dies kann für den einen oder anderen Autoren ein Sprungbrett für eine grosse Karriere sein.
China fiel in den letzten Jahren nicht gerade mit grossartiger Literatur auf. Das mag verschiedene Gründe haben, die einerseits mit der Zensur zusammenhängen, vielleicht aber auch mit Unterschieden in den Erzähltechniken, die sich kaum auf einen deutschen oder englischen Kontext übertragen lassen. Nun sieht es jedoch so aus, als spriesse in China eine Form der Graswurzeln-Literatur, wie wir sie im Westen nicht oder kaum kennen.
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Wieso China Facebook und Co. sperrt
0Dass chinesische Internetnutzer einen beträchtlichen Teil des Internets nicht erreichen können, ist kein Geheimnis. Gesperrt wird alles, was die chinesische Regierung in irgend einer Weise kritisiert. Doch nicht nur das, auch soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter sind gesperrt. Wieso?
Eine Begründung dafür bietet die Global Times, in einem Artikel vom Juli. „Soziale Netzwerke bieten eine Plattform für negativen Meinungsaustausch und gefährden somit die soziale Sicherheit“, zitierte die Tageszeitung aus einer Untersuchung der regierungsnahmen Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften (CASS). Gemeint ist damit, dass sich nach dem letzten Präsidentschaftswahlen im Iran und auch bei den Aufständen in Xinjiang im vergangenen Jahr die Opposition über soziale Netzwerke organisiert hatte. China stellte daraufhin der Autonomen Region für ein Jahr lang den Saft ab. Wer seine Emails lesen wollte, musste in die Nachbarprovinz reisen. Zudem habe Facebook laut dem Bericht vertrauliche Unternehmensinformationen, politische- und militärische Informationen weitergegeben. Die Idee die dahintersteckt ist eine Güterabwägung: Sozialer Frieden wird bei einer solchen Argumentation als ein wichtigeres Gut erachtet als die Meinungsfreiheit.
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Überwachen ist gut, Fichen sind besser!
0Ein Leiter einer Bürobedarfskette fordert in einem Artikel eine Internetdatenbank, in der für alle Nutzer abrufbar Informationen zu allen chinesischen Bürgern stehen. Damit will der „Moral und Glaubwürdigkeit“ in der Gesellschaft stärken. Dies reflektiert das in China oft wenig entwickelte Gefühl für Datenschutz.
Manchmal ist nicht klar, was wirklich hinter einem Artikel steht. Am 10. August veröffentlichte eine englischsprachige Regierungswebseite einen Text, in dem gewissermassen der gläserne Chinese gefordert wird. Er gehört der Rubrik „Opinion“ an und ist scheinbar von einem aussenstehenden Autor verfasst worden, der in der Legende als Präsident einer bekannten Firma für Bürobedarf bezeichnet wird. Soll mit dem Text die Überwachung schöngeschrieben werden oder ist Chunyu Jinzhang tatsächlich ein naiver Panikmacher?
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