Gesehen

China plant zentrale Datenbank für Wohneigentum

0

Typische Wohnsiedlung im Osten von Peking

Um den überhitzten chinesischen Immobilienmarkt in Griff zu bekommen, will die chinesische Regierung ein zentrales Register für Wohneigentum erstellen. Dieses soll später auch die Grundlage für eine nationale Grundsteuer bilden.

Da wir uns hier in diesem Blog auch mit dem Thema Überwachung und Kontrolle auseinandersetzen, wollte ich ein Thema anschneiden, das mit Medien und Medienpolitik wenig zu tun hat. Konkret geht es um die Bemühungen der chinesischen Regierung bei der Blase beim Wohneigentum gewissermaßen die Luft abzulassen. Bereits vor einiger Zeit war beschlossen worden, dass eine Person in zahlreichen Städten nur noch eine oder allenfalls zwei Wohnungen besitzen darf.
(weiterlesen …)

Kampf der Kulturen: chinesischer Präsident will westliche Kulturgüter zurückdrängen

0

Der chinesische Präsident Hu Jintao forderte höchstpersönlich eine Rückbesinnung auf chinesische Werte und ein Zurückdrängen der Ideologie, die sich hinter den westlichen Kulturgütern verbirgt. Dahinter stecken handfeste wirtschaftliche und politische Gründe.

In einem Kommentar in einem Parteiblatt, aus dem die New York Times ohne genau Quellenangabe zitierte, schrieb der chinesische Präsident Hu Jintao, dass sich die westliche und chinesische Kultur in einem „eskalierenden Krieg“ befänden. Der Kommentar beruht scheinbar auf einer Rede, welche der Präsident bereits im Oktober gehalten hatte. „Wir müssen klar sehen, dass feindliche ausländische Kräfte ihre Strategie intensivieren, China zu ‚verwestlichen‘ und zu spalten. Sie fokussieren mit ihrer Langzeitinfiltrierung auf das ideologische und kulturelle Feld“, schrieb Hu demnach in dem Kommentar weiter. Er versprach „entschiedene Maßnahmen“ zur Abwehr.
(weiterlesen …)

Staatliches Webportal zu Tibet ist nun auch in Deutsch online

0

Seit heute ist die Landschaft der chinesischen Propagandamedien wieder etwas reicher: Die staatliche Seite tibet.cn ist nun auch in deutscher Sprache online. Unklar ist indes, wer genau die Seite betreibt.

Chinesische Staatsmedien sind generell darum bemüht, zu verschleiern, wer eine Seite betreibt. Was für die grossen Zeitungen, Radio- und Fernsehsender gilt, ist für eine kleine Online-Zeitung wie german.tibet.cn natürlich auch gültig. Im Impressum der englischsprachigen Seite heisst es darum auch einfach: ” a key national-level media website dedicated to providing updated news stories on China’s Tibet Autonomous Region and other Tibetan inhabited areas in Chinese, English and Tibetan to netizens home and abroad” In der deutschen Version ist – nicht gerade bescheiden für eine junge Seite, die weniger durch einen interessanten Inhalte als durch kleine sprachliche Fehler hervorsticht – von einem “maßgebenden chinesischen Nachrichtenportal über Tibet” die Rede. Die Seite verfügt derzeit über die Themenbereiche Aktuell, Reisen, Wissen, Leben und Kultur.
(weiterlesen …)

Einblicke in das chinesische Staatsfernsehen

Die deutsche Fernsehjournalistin Kirsten Rulf hat anderthalb Monate lang im Rahmen eines Journalistenaustausches beim chinesischen Staatsfernsehen gearbeitet. Der Frankfurter Rundschau berichtet sie, was sie dort erlebt hat.

Eigentlich ist das Ziel der Robert-Bosch-Stiftung, das Verständnis zwischen deutschen und chinesischen Journalisten zu verstärken. Um dies zu erreichen, kann jedes Jahr eine kleine Zahl von Medienschaffenden im jeweils anderen Land für eine kurze Periode tätig sein. Die normalerweise für den WDR tätige Fernsehjournalisten Kirsten Rulf nahm an einem solchen Programm teil und berichtet anschliessend in der Frankfurter Rundschau, wie sie die Zensur erlebt hat, wie die Themen ihrer wöchentlichen Politiksendung durch die Außenpolitik geprägt waren und wie sie vor allem an Anfang auf der Redaktion sozial isoliert wurde.

Tippfehler führte angeblich bei der “Volkszeitung” zu Massenentlassungen

1

Ein falsch geschriebener Name des chinesischen Premierminister soll dazu geführt haben, dass rund zehn Angestellte bei der “Renmin Ribao” ihre Stelle verloren haben. Chinesische Medien beeilen sich zu versichern, dass es sich dabei um eine Falschmeldung handelt.

In westlichen Zeitungen lernt man eines zuerst: Wenn auch alles andere falsch ist, müssen zumindest die Namen fehlerfrei geschrieben sein. Diese Lektion mussten scheinbar vor einem halben Jahr auch zehn Angestellte der “Renmin Ribao” erfahren. Die Zeitung, die direkt von der Kommunistischen Partei herausgegeben wird, ist auch unter den Namen “Peoples Daily” und “Volkszeitung” bekannt. Obwohl der Vorfall bereits einige Monate zurückliegt, bin ich erst heute darauf gestossen und wollte ihn keineswegs unseren Lesern vorenthalten.
(weiterlesen …)

Entlassung eines Journalisten wirft Licht auf die Probleme der Zunft

0

Ein renommierter chinesischer Journalist wird mitsamt einer Reihe von Redakteuren entlassen, weil er angeblich eine Geschichte aufgebauscht hat. Dabei erläutert seine Rechtfertigung ziemlich gut die Probleme, mit denen Autoren in China zu kämpfen haben.

Die Geschichte war heiß: Eine Gruppe von Studenten versucht in das Schutzgebiet rund um die Gelben Berge in der Provinz Anhui einzudringen ohne den horrenden Eintrittspreis zu bezahlen. Doch in einer Schlucht verirren sie sich. Sie versuchen die Polizei anzurufen, damit diese sie rettet. Doch nichts geschieht, bis ein Student eine SMS an einen „einflussreichen Onkel“ schickt. Unverzüglich wird eine großangelegte Rettungsaktion eingeleitet, bei welcher die jungen Leute gerettet werden und ein Polizist ums Leben kommt. Der einzige Haken ist: Den einflussreichen Onkel scheint es nicht zu geben.
(weiterlesen …)

Weißbuch: Rechte der chinesischen Internetnutzer werden geschützt

0

Ein neues Weißbuch der chinesischen Regierung schreibt, dass die Rechte der chinesischen Internetnutzer geschützt seien – und übersieht dabei, dass die rechtliche Lage selbst bereits problematisch ist.

In regelmäßigen Abständen gibt China Weissbücher heraus. So auch wieder diese Tage. Diesmal geht es um die Bürgerrechte. Dabei äußert sich der Bericht laut China.org auch über die Internetzensur. „Das Recht der chinesischen Internetnutzer auf freie Meinungsäußerung im Internet werde geschützt“, zitiert die Seite aus dem Bericht. Und wechselt dann – wie bei solchen Berichten nicht selten – unvermittelt das Thema: „Das Internet sei ein neuer Weg für die chinesische Regierung die öffentliche Meinung zu messen und damit die Staatsführung zu verbessern.“ Am letzteres ist durchaus nichts auszusetzen. Nur hat das eine gar nichts mit dem anderen zu tun.

CRI über Japan: Wie man ohne Inhalt Stimmung erzeugt

1

Liest man Meldungen über Japan wie eine, die heute beim chinesischen Radio CRI publiziert worden ist, versteht man, wieso chinesische Medien erstens einen schlechten Ruf haben und zweitens wieso so viele Chinesen Japan hassen, ohne genau den Grund dafür angeben zu können.

Es ist ein ernstes Thema und es ist ein bedrohliches Thema: Die Beziehungen zwischen China und Japan. Genauer gesagt, die Funktion des medialen Konstrukts Japan in der chinesischen Medienwelt. Aus aktuellem Anlass will ich einen Artikel von China Radio International genauer unter die Luppe nehmen. Diese drei Zitate bilden einen vollständigen Artikel. Das heisst, ich habe nichts weggelassen.
(weiterlesen …)

Xinhua: Viel Worte und wenig Inhalt zur Verfassungsänderung in Hongkong

0

Hongkong wird demokratischer – und Xinhua verliert kein einziges Wort darüber. Wie es dazu kommt, dass es in einer einseitigen Mitteilung einer chinesischen Nachrichtenagentur eine Seite lang keinen Inhalt gibt…

Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass Xinhua versucht China in der Welt positiv darzustellen. Doch heute schrieb die staatliche Nachrichtenagentur im Titel einer ihrer Meldungen: „China’s top legislature ends bimonthly session, approves amendments to Hong Kong’s Basic Law“. Das schockiert doch eher, weiss man selbst als China-Laie, dass vom Reich der Mitte kaum etwas Gutes in Richtung Demokratisierung kommen kann. Wenn ein westlicher Leser einen solchen Titel sieht, erwartet er eine Beschneidung der Grundrechte, eine Ausweitung der chinesischen Diktatur oder vielleicht auch “nur” eine Beschneidung der Pressefreiheit.
(weiterlesen …)

Chinesen mögen schwedische Lesbenstadt

0

Chinesen mögen vielleicht Walddörfer in Schweden, in denen lauter schwedische Lesben wohnen. Was sie aber gar nicht mögen sind satirische Beiträge. Wie eine Falschmeldung vermutlich auf einen Satirebeitrag zurückzuführen ist.

Zugegeben, die Geschichte ist bereits etwas alt, aber ich bin erst jetzt drauf gestoßen. Und fürs Archiv finde ich sie eigentlich ganz interessant. Es geht um die schwedische Stadt „Chako Paul City“. Diese soll eine Ortschaft im Norden Schwedens liegen und von 25‘000 lesbischen Frauen bewohnt werden. Angeblich wurde die Stadt 1820 von einer reichen Witwe gegründet, die scheinbar mit Männern wenig Glück hatte. Denn der Grund für die Stadt sei, dass Männer die Frauen schlicht und einfach nicht mehr ausreichend sexuell befriedigen konnten. So zumindest stand es in einem Artikel der Nachrichtenagentur Xinhua, der schließlich auch seinen Eingang in die deutsche Presse fand.
(weiterlesen …)

nach oben