Sven Goldpreis
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Beiträge von Sven Goldpreis
Kampf der Kulturen: chinesischer Präsident will westliche Kulturgüter zurückdrängen
0Der chinesische Präsident Hu Jintao forderte höchstpersönlich eine Rückbesinnung auf chinesische Werte und ein Zurückdrängen der Ideologie, die sich hinter den westlichen Kulturgütern verbirgt. Dahinter stecken handfeste wirtschaftliche und politische Gründe.
In einem Kommentar in einem Parteiblatt, aus dem die New York Times ohne genau Quellenangabe zitierte, schrieb der chinesische Präsident Hu Jintao, dass sich die westliche und chinesische Kultur in einem „eskalierenden Krieg“ befänden. Der Kommentar beruht scheinbar auf einer Rede, welche der Präsident bereits im Oktober gehalten hatte. „Wir müssen klar sehen, dass feindliche ausländische Kräfte ihre Strategie intensivieren, China zu ‚verwestlichen‘ und zu spalten. Sie fokussieren mit ihrer Langzeitinfiltrierung auf das ideologische und kulturelle Feld“, schrieb Hu demnach in dem Kommentar weiter. Er versprach „entschiedene Maßnahmen“ zur Abwehr.
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Rundfunkanstalten in Guangdong sollen bald kein Kantonesisch mehr verwenden
0Die lokale Sprache der südchinesischen Provinz Guangdong soll bald weitgehend aus dem Radio und Fernsehen verbannt werden. Dies sieht zumindest ein neuer Erlass der Provinzregierung vor. Bereits vor einem Jahr hatte ein ähnlicher Vorschlag Proteste der Bevölkerung ausgelöst.
China ist nicht gerade für seine Sensibilität bei Fragen der Bevölkerungsminderheiten bekannt. Diesmal trifft es eine der größten Gruppen: Die Kantonesisch sprechende Mehrheit der südchinesischen Provinz Guangdong, die gegenüber der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong liegt. Ab kommendem März sollen die Rundfunkanstalten der Provinz hauptsächlich Mandarin verwenden, also die im ganzen Land gesprochene Hochsprache, hieß es in einem Erlass vom vergangenen Freitag. Kantonesischsprachige Beiträge dürfen demnach nur noch mit einer vorherigen Genehmigung der Regierung ausgestrahlt werden.
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Weibo will gläserne Blogger
0Das chinesische Äquivalent zu Twitter will, dass sich seine Nutzer künftig ausweisen, bevor sie einen Account aufmachen. Noch ist diese neue Regel allerdings freiwillig.
Die größte chinesische Blogger-Plattform Weibo hat vor ein paar Tagen weitergehende Zensurmaßnahmen angekündigt, wie ein staatliches, chinesisches Nachrichtenportal meldete. So sollen künftig Nutzer, die bei Weibo.com ein Konto eröffnen, ihren wahren Namen, die Nummer ihres Personalaus
weises und die Handynummer angeben. Die Daten werden anschließend von der Polizei auf ihre Richtigkeit überprüft. Derzeit beruht das System noch auf freiwilliger Basis. Wer seine wahre Identität bekannt gibt, bekommt bei Weibo einen Ehrenstatus. Unklar ist indes, ob mit diesem Schritt nicht viel eher die Akzeptanz eines solches Systems vor einer vollständigen Einführung überprüft werden soll.
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Big Brother 2.0: Peking will in allen Einkaufszentren Gesichtserkennung einführen
1Während in Europa bereits Kundenkarten Grund zu Bedenken hinsichtlich des Persönlichkeitsschutzes geben, will China nun einen Schritt weiter gehen und in allen Einkaufszentren Kameras installieren lassen, die eine automatische Gesichtserkennung erlauben. Wie in solchen Fällen üblich, wird auch hier mit dem Zauberwort “Sicherheit” argumentiert.
Dies hätte wohl nicht einmal George Orwell zu träumen gewagt: Laut einer neuen Direktive des Amts für Öffentliche Sicherheit der Stadt Beijing sollen laut einem Bericht von China Daily alle Einzelhandelszentren verpflichtet werden, ihre bisherigen Kamerasysteme gegen neue Hochleistungskamaras auszutauschen, welche “die Gesichtszüge der Kunden detailliert aufnehmen und ihr Verhalten an Kassen, Ausgängen, in Lagerräumen und Aufzügen genauestens beobachten können”. Das angebliche Ziel der neuen Überwachungsoffensive: Der Schutz der Bevölkerung vor “all denen, die Schaden anrichten, Waren stehlen oder gar Lebensmittel vergiften”.
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Kungfu-Panda bekommt Konkurrenz von chinesischem Hasen
1Die chinesische Zeichentrickfilm-Industrie zeigt sich nicht gerade von ihrer kreativen Seite. Der neuste Streifen “Legend of a Rabbit”, in dem sich ein Kungfu-Hase eines gewalttätigen Pandas annimmt, bestätigt alte Vorurteile. Der Film soll bereits in rund zwei Wochen in den chinesischen Kinos anlaufen.
120 Millionen Yuan oder 18,53 Millionen US-Dollar soll der neue 3D-Film “Legend of a Rabbit” (“Tu Xia Chuan Qi”) gekostet haben und nicht weniger als 500 Animatoren sollen über einen Zeitraum von drei Jahren beteiligt gewesen sein, wie China Radio International berichtete. Der Film handelt laut dem oben genannten Artikel von einem einfachen Bauernhaus-Hasenkoch, der sich eines rücksichtslosen Pandas annimmt, weil er dies seinem sterbenden Kungfu-Meister versprochen hatte. Der Verdacht, dass es sich dabei bestenfalls um Trickbrettfahrer handelt, die auf den Erfolg des Hollywood-Streifen “Kung-Fu Panda” aufbauen wollen, scheint sich beim Betrachten des Trailers zu bestärken.
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Chinesische Soldaten sollen keine soziale Medien mehr benutzen dürfen
4Facebook war für sie schon lange Tabu. Nun dürfen chinesische Soldaten auch keine anderen sozialen Medien mehr verwenden. Aus strategischen Gründen, wie es heisst. Es könnte aber auch darum gehen, dass sich Soldaten nicht organsieren.
Den immerhin 2,3 Millionen Soldaten im Reich der Mitte ist es ab sofort untersagt, soziale Netzwerke zu nutzen. Dies geht aus einem Artikel in der aktuellen Ausgabe der chinesischen Militärzeitung „ Jiefangjun Bao“ hervor. Laut dem Blatt fürchtet die REgierung, dass auf diese Weise wichtige militärische Geheimnisse in die Hände von Feinden gelangen könnten. Auch die Informationen zum Tagesablauf der Soldaten und ihre Adressen könnten im Ernstfall gezielt gegen das Land genutzt werden, heißt es in dem Bericht weiter.
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Proteste in der Inneren Mongolei: Neue Informationstaktik?
0Anno 2008 waren es die Tibeter, ein Jahr darauf die Uiguren und nun die Mongolen, die in China demonstrieren. Bisher hat die chinesische Informationspolitik bei Massenprosten dem internationalen Ansehen Chinas eher geschadet. Nun wird neu betont, dass die Proteste doch auch berechtigt sind. Ist damit ein Wandel in der chinesischen Informationspolitik eingetreten?
In einem Meinungsartikel schrieb die Global Times vorgestern, dass die Proteste in der Inneren Mongolei “in einigen Berichten” fälschlicherweise als ein ethnischer Konflikt zwischen Han-Chinesen und ethnischen Mongolen dargestellt worden sei. Auch wenn es nicht weiter erläutert wird, sind damit natürlich die westlichen Medien gemeint, welche sich aus offizieller chinesischer Sicht durch ihre “Vorurteile gegen China” immer wieder disqualifizieren.Soweit also noch nichts Überraschendes.
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Entlassung eines Journalisten wirft Licht auf die Probleme der Zunft
0Ein renommierter chinesischer Journalist wird mitsamt einer Reihe von Redakteuren entlassen, weil er angeblich eine Geschichte aufgebauscht hat. Dabei erläutert seine Rechtfertigung ziemlich gut die Probleme, mit denen Autoren in China zu kämpfen haben.
Die Geschichte war heiß: Eine Gruppe von Studenten versucht in das Schutzgebiet rund um die Gelben Berge in der Provinz Anhui einzudringen ohne den horrenden Eintrittspreis zu bezahlen. Doch in einer Schlucht verirren sie sich. Sie versuchen die Polizei anzurufen, damit diese sie rettet. Doch nichts geschieht, bis ein Student eine SMS an einen „einflussreichen Onkel“ schickt. Unverzüglich wird eine großangelegte Rettungsaktion eingeleitet, bei welcher die jungen Leute gerettet werden und ein Polizist ums Leben kommt. Der einzige Haken ist: Den einflussreichen Onkel scheint es nicht zu geben.
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Chinesische Zensur verbietet „Zivilgesellschaft“
0Der Begriff „Zivilgesellschaft“ scheint den chinesischen Zensoren einen zu demokratischen Beigeschmack zu haben, weshalb sie ihn vor ein paar Tagen kurzerhand verboten hat. Eine Praxis, die in China Gang und Gäbe ist.
Laut einem Artikel der deutschen Tageszeitung FAZ und zahlreichen chinesischen Publikationen hat die chinesische Propagandaabteilung am 4. Januar die Verwendung des Begriffs „Zivilgesellschaft“ verboten. Der Autor des Beitrags wertet dieses Vorgehen als „ein ernstzunehmendes Zeichen steigender Repression vor dem erwarteten Führungswechsel im kommenden Jahr – und (als) ein weiteres Dokument des wachsenden Bedeutungsverlusts der Worte“.
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In China soll bald Nachahmerversion von WikiLeaks entstehen
0Eine Form von WikiLeaks soll es nun bald auch in China geben. Eine Gruppe von chinesischen Aktiviten will mit einer Nachahmerversion die chinesische Regierung zu mehr Transparenz zwingen.
In China scheint es hinsichtlich der Medienzensur zu brodeln. Erst vor ein Tagen hatten namhafte Intellektuelle in einem offenen Brief zu einem Ende der Zensur aufgerufen. In dem Schreiben wiesen die Autoren darauf hin, dass selbst die Worte des Premiers Wen Jiabao von einer undurchsichtigen Zensurbehörde beschnitten würden. Sie forderten ein rechtstaatliches Medienrecht.
Nun planen chinesische Menschenrechtsaktivisten scheinbar eine Enthüllungswebsite nach dem Vorbild von Wikileaks, um demokratische Reformen in der Volksrepublik zu erzwingen, wie die Nachrichtenagentur AFP mit Verweis auf die Freitagsausgabe der South China Morning Post berichtete. Das Projekt mit dem Namen „Government Leaks“ soll im Juni 2011 online gehen. Bereits jetzt rufen die Aktivisten über soziale Netzwerke dazu auf, geheime Informationen der chinesischen Behörden an sie weiterzuleiten. Gouvernment Leaks habe keine direkte Verbindung zu WikiLeaks, sagte der Gründer der Seite in einem Interview mit der oben genannten Zeitung.
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