Am Mittwoch ist in der nordostchinesischen Provinz Liaoning ein nordkoreanischer Jet abgestürzt. Die verhaltene Berichterstattung der chinesischen Presse lässt den Verdacht aufkommen, dass man diesen Absturz lieber verschwiegen hätte.

Die ersten Meldungen kamen, wie in solchen Fällen üblich, aus dem chinesischen Internet. Es dauerte nicht lange, bis in Militärforen Bilder eines abgestürzten Militärjets auftauchten. Auf einem der Bilder war sogar die nordkoreanische Flagge zu erkennen. Die erste Xinhua-Nachricht sprach jedoch vorerst nur von einem „benachbarten Land“. Erst ein Tag danach schienen sich die Informationen so weit im Internet verbreitet zu haben, dass auch Xinhua von „vermutlich einem nordkoreanischen Flugzeug“ sprach. Erst am dritten Tag wurde das bestätigt, was sich so leicht an den Trümmerteilen hat ablesen lassen.


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Ähnlich verhalten reagierte die chinesische Presse bisher auf die Hintergründe des Absturzes. Heute gab sie bekannt, dass ein technischer Defekt der Grund für den Absturz gewesen sei. Zuvor hieß es, dass der Treibstoff ausgegangen war. Die südkoreanische Presse hingegen berichtet davon, dass sich der Pilot vermutlich aus Korea hat absetzen wollen und mit dem Flugzeug nach Russland unterwegs war. Die Korea Times interpretiert das ganze als ein Zeichen des militärischen Aufstands.

Die nächstliegende Frage wurde bisher jedoch kaum angeschnitten. Nur Zhang Jie fragt sich in einem Artikel, wie es denn kommt, dass ein ausländisches Flugzeug fast 200 Kilometer tief in den chinesischen Luftraum eindringen konnte, ohne dass dies jemand bemerkt hätte. „Man muss sich fragen: Was, wenn es sich um einen feindlichen Kampfjet oder gar Bomber handelte? Bedeutet das nicht, dass das Abwehrsystem der chinesischen Luftwaffe nicht in Gefechtsbereitschaft ist? Oder soll man daraus schließen, dass es ein Geheimnis geblieben wäre, falls die Maschine nicht abgestürzt wäre?“, schreibt er.

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