Die chinesische Zeichentrickfilm-Industrie zeigt sich nicht gerade von ihrer kreativen Seite. Der neuste Streifen “Legend of a Rabbit”, in dem sich ein Kungfu-Hase eines gewalttätigen Pandas annimmt, bestätigt alte Vorurteile. Der Film soll bereits in rund zwei Wochen in den chinesischen Kinos anlaufen.

120 Millionen Yuan oder 18,53 Millionen US-Dollar soll der neue 3D-Film “Legend of a Rabbit” (“Tu Xia Chuan Qi”) gekostet haben und nicht weniger als 500 Animatoren sollen über einen Zeitraum von drei Jahren beteiligt gewesen sein, wie China Radio International berichtete. Der Film handelt laut dem oben genannten Artikel von einem einfachen Bauernhaus-Hasenkoch, der sich eines rücksichtslosen Pandas annimmt, weil er dies seinem sterbenden Kungfu-Meister versprochen hatte. Der Verdacht, dass es sich dabei bestenfalls um Trickbrettfahrer handelt, die auf den Erfolg des Hollywood-Streifen “Kung-Fu Panda” aufbauen wollen, scheint sich beim Betrachten des Trailers zu bestärken.

Dass ausgerechnet der Zeichentrickfilm von Dreamworks als Vorlage ausgesucht wurde, ist kein Zufall: Als die erste Auflage des kämpfenden Pandas vor rund drei Jahren über die chinesischen Leinwände wirbelte, also genau zu dem Zeitpunkt, an dem mit der Realisierung des Kungfu-Hasen begonnen wurde, sprengte der Film alle Kassen. Allein in der ersten drei Wochen spielte er laut einer Meldung von china.org 135 Millionen Yuan ein, was für einen Zeichentrickfilm bis dato einen Rekord darstellte. Auch dass 2010 ein weitgehend animierter Film wie Avatar auf dem chinesischen Festland 1,3 Mrd. Yuan einspielte, hat deutlich gemacht, welches Potential im chinesischen Filmmarkt steckt.

Die chinesische Regierungsseite china.org.cn versteht die Situation in einem weiteren Artikel als einen Teufelskreis und bezeichet diesen als “eines der chronischen Probleme der chinesischen Animationsindustrie”. Die Knappheit an guten Storys und verantwortungsloses Kopieren hätten die Investitionen geschmälert und die Fans enttäuscht. Der Durst nach schnellem Geld habe dazu geführt, dass einige Produktionsfirmen drastisch ihre Ausgaben für die Vorproduktion und die Marktforschung senken. “Wegen des Mangels an Kapital konzentrieren sich viele Produktionsunternehmen einzig und allein auf die Produktion und ignorieren die Vorbereitungs- und Nachproduktionsphase”, wird  Zang Zhixin, Geschäftsführer eines Animationsunternehmens, zitiert. Die Piraterie, so die Erklärung der Webseite, führt dazu, dass die Produktionsfirmen konstant ihre Ausgaben drosseln.

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