China reicht es offenbar nicht mehr, nur das eigene Internet zu überwachen. Die chinesische staatliche Nachrichtenagentur Xinhua wirbt derzeit in einem Artikel für einen weltweiten Registrierungszwang von Internetnutzern. So liesse sich jeder gepostete Beitrag zurückverfolgen.

Xinhua schlug in einem Artikel, der vorgestern erschien, das Fernziel vor, dass sich weltweit jeder Internetnutzer auf eine Weise ins Internet einlogt, die es ermöglicht, seine Aktivitäten in jeden Fall nachzuvollziehen. Dabei schürrt Xinhua vor allem die Angst vor Hackern und Cyberbetrügern: “In China haben rund 60 Prozent der Internetnutzer in der ersten Jahreshälfte eine Attacke durch Viren oder Trojanern erlebt”, heisst es in dem Beitrag. “Über 30 Prozent der chinesischen Internetnutzer klagten zudem darüber, dass ihre online-Konten oder Passwörter gestohlen wurden.”

Es gibt zwar auch eine politische Kompente, doch die wird allerdings – wenig überraschend – dem Ausland zugeschrieben. Als Beispiel genannt wird die “kriminelle” Seiten WikiLeaks, worauf Unbekannte vor einigen Wochen Tausende von geheimen Akten der US-Regierung veröffentlicht haben. Da sich die Server in Schweden befindet, wo Dissidenten einen hohen rechlichen Schutz geniessen, haben die US-Behörden keinen Zugang zu den wichtigen Daten, die es bräuchte, um die Informanten herauszufinden, bedauert Xinhua sinngemäss.

Auch China sei mit ähnlichen Schwierigkeiten konfrontiert, wenn es illegale Casinos oder Pornoseiten schließen wolle. Denn Kriminelle würden derartige Seiten häufig vom Ausland aus betreiben, um einer Bestrafung zu entgehen. Wie allerdings eine Übermittlung solcher Daten konkret aussehen soll, wird im Beitrag nicht thematisiert.

Allerdings weisst der Text auch auf eine Eigenverantwortung der Nutzer hin. Man müsse sich auch mehr Gedanken darüber, welche Informationen man wirklich von sich online Preis geben will.

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